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Fragen und Antworten

Zusammenfassung

Hinweis: Das ausführliche Konzept ist jetzt online, siehe "Wo finde ich das Konzept?"

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Was ist Bonn4Future?

“Das Jahr 2020 wird uns nicht nur als Jahr der Corona-Krise in Erinnerung bleiben. Wir werden uns vielleicht auch daran erinneren, dass es das Jahr der Klimakrise war” (Prof. Dr. Niko Froitzheim, Universität Bonn, im April 2020)

Vielleicht erinnern wir uns aber auch an das Jahr 2020, weil es der Beginn eines spannenden Veränderungsprozesses war, bei dem wir gemeinsam begonnen haben, die Klimakrise in Bonn zu bewältigen.

Bonn4Future – Wir fürs Klima" ist der Weg, auf den wir zurückblicken, wenn wir alle Hebel in Bewegung gesetzt haben und Bonn 2035 klimaneutral ist. Es soll ein Prozess werden, von dem die Verantwortlichen der Stadt und viele Bürger*innen sagen: Es war ein guter Prozess und er hat wirklich etwas gebracht. Nicht nur Stadtverwaltung und Politik, sondern alle Akteur*innen haben die Herausforderung verstanden. Sie wissen, was zu tun ist und ergreifen wirkungsvolle Maßnahmen. 

Der Stadtrat hat beschlossen: Bonn wird spätestens bis 2035 klimaneutral. Wir sind dankbar für diese Entwicklungen zum Wohle der Stadt und unserer Kinder: Mit “Bonn4Future - Wir fürs Klima” haben wir einen Prozess entwickelt, der uns als Stadtgesellschaft gemeinsam mit Politik und Verwaltung in die Lage versetzt 

  • Eine vielfältige Bonner Stadtgesellschaft für die Mitgestaltung der klimaneutralen Stadt zu begeistern
  • aus guten Forderungen gute Beschlüssen und gute Umsetzungsprozesse zu machen

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Gezeichnete Prozessskizze

Abb: Gesamt-Prozesskizze

Wo finde ich das Konzept?

  • “Bonn for Future - Wir fürs Klima”: Konzept für ein komplexes Mitwirkungsverfahren gemäß den Leitlinien der Stadt Bonn (pdf | Beschlussvorlage)
  • Bürgerantrag für einen Mitwirkungsprozess zur klimaneutralen Transformation der Stadt Bonn bis spätestens 2035 (pdf | Beschlussvorlage)

Wer hat Bonn4Future gestartet?

Angefangen hat alles mit der Frage: Was muss passieren, damit wir sagen: “Das war wirklich ein guter Prozess, wie Bonn klimaneutral wurde”. Diese Frage haben wir uns selbst gestellt aber auch vielen anderen Initiativen. Wir haben sie Menschen gestellt, die in anderen Städten Beteiligungsprozesse gestartet haben. Wir haben sie der Verwaltung und der Politik gestellt. So ist nach und nach das Konzept “Bonn4Future: Wir fürs Klima!” entstanden. Im Februar 2020 haben wir eine erste Projektskizze als Bürgerantrag eingereicht. Über 50 Bonner Organisationen unterstützen den Antrag, darunter die Fridays4Future, die Alanus Hochschule, die Bürgerstiftung und das CSR-Kompetenzzentrum der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Der Antrag wurde im Bürgerausschuss mit großer Mehrheit angenommen. Die Skizze wurde dann gemeinsam mit einem Berater*innenteam und in Kooperation mit der Verwaltung zu einem konkreten Beteiligungskonzept weiterentwickelt. Alle Arbeiten wurden ehrenamtlich erbracht.

Warum gibt es Bonn4Future?

Bonn im Wandel e.V. versteht sich als Ideen- und Projektlabor für eine nachhaltige Stadt. Unser Fokus liegt auf der Aktivierung von Menschen und der Gestaltung guter Prozesse. Die Klimawache Bonn erinnert monatlich an die Dringlichkeit des Klimawandels und hat den Bürgerantrag zum Klimanotstand 2019 mit eingereicht.

Damit Bonn bis 2035 klimaneutral wird, brauchen wir nun das Know-How und die Erfahrungen der Zivilgesellschaft, der Politik und Verwaltung, der Bürger*innen und Bürger, die sich bisher noch nicht beteiligt haben aber auch der Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Bonn4Future schafft den Rahmen für die konstruktive Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteur*iinnen. Es könnte der Beginn eines gemeinsamen Prozesses sein, der uns zu viel mehr befähigt als wir uns heute vorstellen können.

Was genau schlagen wir vor?

Das schlagen wir vor: Alle Bonner Bürger*innen erfahren, warum es so wichtig und sinnvoll ist, dass Bonn bis 2035 klimaneutral wird. Sie bekommen die Chance, diesen Weg aktiv mitzugestalten. Die Kernelemente dieses Mitwirkungs-Prozesses sind: 

  • Klimaforen mit zufällig ausgewählten Bonner Bürger*innen sowie Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik. Hier werden Langfriststrategien erarbeitet, aber auch Empfehlungen zu kurz- und mittelfristigen Schritten. Umsetzungsvorschläge werden diskutiert.
  • Die Veranstaltungen werden begleitet von einer motivierenden Kommunikationsstrategie. Dafür nutzen und erweitern wir vorhandene Netzwerke. 
  • Auf einer digitalen Plattform werden Akteur*innen und Projekte sichtbar.
  • Motor für alle Aktivitäten ist ein kontinuierlich arbeitendes professionelles Bonn4Future-Team. Es bringt die vielfältigen Akteure zusammen, ermöglicht Kooperation und Zusammenarbeit und die Umsetzung der Kommunikations- und  Mitwirkungsformate. Das Team arbeitet eng mit der Verwaltung zusammen.
  • Ein vielfältig zusammengesetzter Bonn4Future-Beirat begleitet, berät und evaluiert. 
  • Der Unterstützerkreis mit derzeit 50 Vertreter*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft wie CSR-Zentrum der IHK, Bürgerstiftung, Parents-, Fridays- und Scientists4Future wird kontinuierlich erweitert. 
  • Evaluation: Das Geographische Institut der Universität Bonn und die Alanus Hochschule haben ihr Interesse an Kooperation und wissenschaftlicher Begleitung bekundet.

Was sind die politischen Rahmenbedingungen?

Im Juli 2019 haben die Parents for Future Bonn, Fridays for Future Bonn und Klimawache Bonn einen Bürgerantrag zur Ausrufung des Klimanotstands gestellt. Der Stadtrat folgte dem Antrag mit großer Mehrheit (Beschluss, Anträge). Im November 2019 hat der Stadtrat beschlossen, dass Bonn bis spätestens 2035 klimaneutral werden soll (Beschluss). 

Bei solchen umfassenden Entscheidungen müssen die Bürger*innen mitwirken können. Das sehen die Leitlinien für Bürgerbeteiligung vor. Es geht auch nicht anders. Denn eine positive Vision und aktives Engagement der Menschen sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Wandel zur klimaneutralen Stadt.

Im Mai 2020 wurde vom Hauptausschuss ein erster Maßnahmenkatalog zum Klimanotstand beschlossen. Dort wird auf die Notwendigkeit der Bürgerbeteiligung und auf den Bürgerantrag „Bonn4Future - Wir fürs Klima“ explizit hingewiesen (Punkt 6).

Wer genau ist im Bonn4Future Team?

Das derzeitige Team besteht aus Vertreter*Innen von Bonn im Wandel e.V. und der Klimache Bonn, dem Bürgernetzwerk und wird von erfahrenen, professionellen Berater*innen aus den Bereichen Bürgerbeteiligung, Stadtentwicklung, Facilitation, Projektmanagement und Kommunikation unterstützt. Siehe Teamseite.

Was sind die Ziele von Bonn4Future?

Bonn4Future ist ein kontinuierlicher Prozess. Er etabliert eine Kultur der Kooperation und wirkt der Frontenbildung innerhalb der Stadtgesellschaft entgegen.

Die Ziele im Einzelnen:

  • Alle Beteiligten erfahren, was die Klimakrise bedeutet, dass sie gebraucht werden, um die Weichen richtig zu stellen und was sie tun können, damit die Veränderung zur klimaneutralen Stadt gelingt und die Potentiale genutzt werden können.
  • Der Prozess macht Mut, fördert Zusammenhalt, Lernen und Engagement in der Gesellschaft. Der Prozess ermutigt und unterstützt die Stadt und ihre Bürger*innen, gemeinsam neue Wege zu gehen für ein nachhaltiges und wertschätzendes Leben in Bonn: Für uns, für andere Menschen und die Natur, deren Teil wir sind.
  • Diskussionen und Austausch unterstützen Politik und Verwaltung bei der Entwicklung von tragfähigen Maßnahmen.
  • Durch transparente Information und gegenseitigen Austausch erfahren die Maßnahmen der Stadt zum Klimaschutz mehr Verständnis und Akzeptanz.

Was sind die nächsten Schritte?

Das vom Bonn4Future Team erarbeitete Konzept liegt nun der Politik vor. Dort muss es beschlossen werden bevor es mit der tatsächlichen Umsetzung los gehen kann.

Beschluss durch die Politik

In enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung haben wir ein Umsetzungs-Konzept und einen Kostenplan entwickelt. Über das Umsetzung des Konzepts und die Freigabe der Gelder entscheidet nun die Poltik. Voraussichtlich werden die folgenden Gremium über das Konzept beraten und entscheiden:

  • 19.06. 16 Uhr: Sitzung des Beirats Bürgerbeteiligung
  • 25.06. 18 Uhr: Sitzung des Ausschusses für Bürgerbeteiligung ABBLA 
  • 18.08. 18 Uhr: Sitzung des Umweltausschuss
  • 01.09. 18 Uhr: Sitzung des Rates
  • Anmeldung für Gremiensitzungen nötig

Umsetzung

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Tabelle mit Vorphase, Phase 1, Evaluation, Phase 2

Abb: Zeitplan im Überblick

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Diagramm mit zeitlicher Abfolge der Phasen und Arbeitspakete

Abb: Prozessübersicht

Bonn4Future ist in verschiedenen Phasen aufgebaut. Es gibt Aktionsformate, aber auch einen kontinuierlichen Kommunikations und Koordinationsprozess. Schritt für Schritt entwickeln, testen, reflektieren und verbessern wir den Prozess. Im einzelnen gibt es folgende Phasen und Elemente:

  • Fertig! Konzeptionphase (grün): Das Bonn4Future-Team entwickelt eine Prozess-Skizze, stellt den Bürgerantrag und erarbeitet einen Umsetzungsvorschlag in Kooperation mit der Verwaltung der Stadt Bonn.
  • Jetzt: Politischer Prozess (gelb): Einbindung des Rates der Stadt Bonn, politische Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Beteiligungsprozess, Austausch von Informationen und Impulsen sowie Verknüpfung von Entscheidungsprozessen. 
  • Auftrag (gelb): Entscheidung des Rates der Stadt Bonn
  • Aufbau von Team und Gremien (blau): Besetzung der Rollen, die für den Start der Aktivitäten im Gesamtprozess und den Teilprozessen benötigt werden 
  • Koordinierendes Projektteam (gelb-orange-rot): Dieses Team bildet den Motor des Projekts. Hauptverantwortlichkeiten: Steuerung des Gesamtprozesses, Vernetzung und Community Management, Identifizieren und Ausräumen von Prozesshindernissen, Sicherstellen von Informationsflüssen, Auswertungen und Verknüpfungen der Prozessschritte, Austausch mit Entscheidungsträgern, mit der Verwaltung der Stadt Bonn, dem Unterstützerkreis und dem Beirat. 
  • Beirat (hellblau): Setzt sich zusammen aus Vertreter*innen von Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und ggf. weiterer Interessengruppen. Sorgt für Orientierung, achtet auf die Einbettung des Gesamtprozesses in weitere Zusammenhänge und berät das Projektteam.  
  • Aktionsformate und Arbeitspakete (rot): Dies sind die zentralen Bausteine des Beteiligungsprozesses, um die Ziele des Gesamtvorhabens zu erreichen. > Siehe nächstes Kapitel (Prozessgestaltung) 
  • Kommunikation und Bildung inklusive digitale Nachhaltigkeits-Plattform (rot): Ausbau eines Kommunikationsnetzwerks, Training von Multiplikator*innen, Ansprache der Bevölkerung
  • Unterstützergruppen und ihre Aktivitäten (grün): Die grünen Kreise repräsentieren Klimaschutz-Initiativen, z.B. Aktionen von Individuen, Vereinsaktivitäten oder auch große unternehmerische Initiativen. Diese Initiativen werden über die Plattform des Wandels bekannt gemacht, vernetzt und unterstützt. 
  • Evaluation (gelb): Der Beirat beauftragt eine Evaluation des Gesamtprozesses unter den Aspekten Zielerreichung und Wirksamkeit.  
  • Anbahnung der Klimaquartiere (dunkelblau/nicht Teil von Phase 2): Transfer und Übersetzung der Ergebnisse, Ideen und Impulse auf der Stadtteilebene. Ziel ist ein Netzwerk aus gemeinsam und voneinander lernenden Stadtteilen, die sich ganz konkret und vor Ort auf den Weg machen, ihr Stadtteil zukunftsfähig zu gestalten. 

Ist “Bonn4Future - Wir fürs Klima” das Sprachrohr der ForFuture Bewegung?

Nein. “Bonn4Future - Wir fürs Klima” vertritt keine anderen Gruppen und ist auch keine Dachorganisation oder das Sprachrohr der ForFuture Bewegung. Bonn4Future ist ein Prozess, der alle Bonner*innen in die Lage versetzen soll, am Projekt klimaneutrales Bonn mitzuarbeiten. Die Fridays for Future haben die Türen und Herzen geöffnet, Ihnen ist es zu verdanken, dass wir heute ein viel größeres Bewusstsein und Handlungsbereitschaft für die Herausforderungen des Klimawandel erleben also noch vor zwei Jahren. Ohne sie gäbe es den Beschluss des Bonner Stadtrats zur Klimaneutraltität bis 2035 nicht. Ohne sie gäbe es auch “Bonn4Future - Wir fürs Klima” nicht.

Sie und viele entschlossenen Menschen in allen Lagern haben den Weg bereitet für richtungsweisende Entscheidungen. Nun brauchen wir einen guten Kommunikations- und Umsetzungsprozess. Denn wir wollen alle mitnehmen. Bonn soll zukunfts- und enkeltauglich werden. Mit dem Beteiligungsprozess “Bonn4Future - Wir fürs Klima” haben wir ein Konzept entwickelt um diese Kommunikations- und Verständigsungsleistung auf kommunaler Ebene zu ermöglichen. Alle Bonner uns bekannten Bonner ForFuture Gruppierungen in Bonn unterstützen diesen Prozess, aber auch noch viel mehr Institutionen, Initiativen und Organisationen. Und es sollen noch viel mehr werden. 

Wir als Bonn4Future Team bringen nun unsere Expertise für die Gestaltung eines guten Prozess ein. Dieser Prozess muss alle erreichen, Klimaneutralität ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Wie ist der Bonn4Future Prozess in die kommunalen Strukturen eingebettet?

So eine enge Zusammenarbeit zwischen Initiativen und Verwaltung gab es in Bonn bislang noch nicht. Wir müssen sie neu entwickeln und erproben. Im Moment gehen wir von folgenden Verantwortlichkeiten und Gremien aus.

  • Das Fachamt 56 benennt die/den Projektverantwortliche(n)  und unterstützt Bonn im Wandel e.V. dabei, den Mitwirkungsprozess zu planen und umzusetzen.
  • Die Prozess-Zentrale ist das Bonn4Future-Team (orange). Hier wird die Arbeit professionell fortgesetzt, die Bonn im Wandel und Klimawache gemeinsam mit der Verwaltung begonnen haben, nämlich die kontinuierliche Planung und Weiterentwicklung des Mitwirkungsprozesses in Kooperation und Zusammenarbeit mit vielen Akteur*innen (Community- und Projekt-Management). 
  • Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bonn im Wandel e.V. wird in einem Kooperationsvertrag geregelt. Das federführende Amt stellt für den Zeitraum des Prozesses eine*n Projektbeauftragte*n zur Verfügung (orange).
  • Das Bonn4Future-Team setzt nicht selbst alle Arbeitspakete um. Seine besondere Leistung besteht darin, in Kooperation mit den Partner*innen für eine erfolgreiche  Umsetzung aller Arbeitspakete zu sorgen. Dafür werden bestimmte Leistungen an  externe Auftragnehmer*innen vergeben, zum Beispiel die Großveranstaltungen (dunkelblau).
  • Die Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung ist in die Planung und Durchführung der Beteiligungen eingebunden.
  • Der Beirat Bürgerbeteiligung sollte Teil des Bonn4Future-Beirates sein. Der  Klimaschutzbeirat der Stadt könnte ebenfalls auf diese Weise in Beratung und Kommunikation eingebunden sein. Weitere Mitglieder werden von Stadt und Zivilgesellschaft gemeinsam benannt.
  • Der Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und Lokale Agenda sowie weitere Gremien wie der Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz werden bedarfsweise über Mitteilungsvorlagen informiert.

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Diagramm mit allen Akteuren, Beirat und B4F Team und Arbeitspaketen

Abb: Vorklärung von Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Rollen 

Gibt es Vorbilder für den Prozess?

Es gibt mittlerweile an die 70 deutsche Städte die den Klimanotstand ausgerufen haben. Das zeigt, wir sind nicht alleine. Auch in anderen Städten gibt es daher Folgeprozesse die von Bürger*innen mitgestaltet werden, zum Beispiel in Marburg. Unseres Wissens nach wäre der Prozess wie wir ihn derzeit skizziert haben, in Deutschland bisher einmalig.

Ist nicht die Stadtverwaltung für Bürgerbeteiligung zuständig?

Ja und nein. In den Leitlinien Bürgerbeteiligung ist festgelegt, dass weitreichende Beschlüsse wie die Klimaneutralität eine frühzeitige Bürgerbeteiligung bedarf. Gleichzeitig ist offensichtlich, dass die klassischen Beteiligungsformate überhaupt nicht ausreichen, um das Großprojekt, die Transformation zur klimaneutralen Stadt zu bewältigen. Wir brauchen also Prozesse der Mitgestaltung, die über klassische Beteiligungsformate hinaus gehen. Mit einzelnen Veranstaltungen ist es nicht getan. Es braucht einen kontinuierlichen Prozess des Austausch, der Lösungsfindung und Reflexion. Dieser Veränderungsprozess muss schrittweise und langfristig erfolgen. Er gelingt nur wenn Bürger*innen, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Initiativen zusammen arbeiten. Mit dem Prozess "Bonn4Future - Wir für Klima" möchten wir die Voraussetzungen und den Rahmen für eine gute Zusammenarbeit schaffen.

Was tun wir damit der Prozess fair, ergebnisoffen und kooperativ wird?

Bonn4Future - wir fürs Klima möchte eine gute Zusammenarbeit vieler Menschen ermöglichen. Die folgende Prinzipien sind für uns die Basis einer solchen guten Zusammenarbeit. Das B4F Team hat sich vorläufige Arbeitsprinzipien gegeben. Wir verstehen es als lebendiges Dokument, dass sich weiter entwickelt und mit Leben gefüllt werden möchte:

  • Gemeinschaftlich und wertschätzend: Wir setzen uns für einen guten und ehrlichen Umgang ein, sensibel und auf Augenhöhe, für Spaß an der Sache und Freude an der Zusammenarbeit.
  • Vielfältig, inklusiv: Wir erkunden die Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnung einer breiten Vielfalt an Menschen und versuchen sie auf vielen Wegen zu erreichen.
  • Ergebnisoffenen und überparteilich: Wir lassen alle Meinungen zu. Wir ermöglichen einen konstruktiven Umgang mit Kontroversen. Wir sind mit allen Parteien im Gespräch. Unsere Unterstützer*innen kommen aus der Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und der Zivilgesellschaft.
  • Visionär und optimistisch: Bonn4Future macht Mut, die Zukunft der Stadt mitzugestalten. Wir ermöglichen Lernen und unterstützen Engagement. Wir decken Chancen auf und machen die Stärken der Teilnehmenden sichtbar. Menschen fühlen sich gesehen, gehört und in ihrer Handlungsfähigkeit gestärkt.
  • Vertrauensvoll: Wir vertrauen darauf, dass Menschen gute Entscheidungen treffen, wenn sie die Chance bekommen, sich mit den Herausforderungen auseinander zu setzen und sich darüber auszutauschen.
  • Professionell: Wir legen Wert auf eine professionelle Projektkonzeption, -organisation und -kommunikation. Wir arbeiten verbindlich, achten auf unsere Ressourcen und Kräfte und die der Teilnehmer*innen. Wir sind klar in den Zielen und kreativ in der Methode.
  • Konkret: Wir wirken darauf hin, dass es greifbare Ergebnisse gibt. Dass sich Lösungen entwickeln, die wir heute vielleicht noch nicht kennen.
  • Transparent: Wir gestalten unsere Arbeitsprozesse möglichst transparent und kommunizieren proaktiv.

Wie wollt ihr einen breiten Querschnitt der Bevölkerung erreichen?

Das Bonn4Future Kommunikationskonzept ist in mehrere Phasen unterteilt, in denen jeweils unterschiedliche Akteurs- und Bevölkerungsgruppen erreicht werden sollen. Dazu gehören Multiplikator*innen und Partner*innen, welche sowohl über Aktionsformate als auch -termine informieren. Zusätzlich werden (multi-)medial aufbereitete Veranstaltungen und Ergebnisse leicht (und) verständlich, öffentlich zugänglich gemacht. Eine weitere Erfolgsstrategie ist das Einbeziehen schwer erreichbarer Gruppen anhand einer Akteuersanalyse, die offenlegen soll, welche Gruppen noch nicht involviert sind und wie diese zukünftig eingebunden werden können.

Das Ziel des Kommunikationskonzeptes ist es möglichst informativ, transparent, partizipativ und barrierefrei zu agieren.

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Tabelle mit drei Phasen des Kommunikationskonzepts

Abb: Wie wird die Kommunikation speziell mit der/an die Öffentlichkeit gestaltet?